Warum die EcoBoost-Motoren anfällig sind

Bei Ford Focus, Fiesta, B-Max, C-Max und Kuga wird auffällig oft ein Motorschaden gemeldet. Betroffen sind vor allem die 1,0- und 1,6-Liter-EcoBoost-Motoren.

„EcoBoost“ ist Fords Bezeichnung für eine Baureihe turboaufgeladener Ottomotoren, die nach dem Downsizing-Prinzip entwickelt wurden: kleiner Hubraum, dafür Turbolader und Direkteinspritzung, damit die Leistung eines größeren Motors erreicht wird. Die Bauteile im Brennraum werden dadurch deutlich stärker belastet als bei einem Saugmotor gleicher Leistung.

Zwei Konstruktionsdetails sorgen für die meisten Schäden: Der Zahnriemen des 1.0 EcoBoost läuft im Ölbad, und beim 1.6 EcoBoost reagiert der Zylinderkopf empfindlich auf Kühlmittelmangel. Für die vierte Focus-Generation hat Ford die EcoBoost-Motoren laut AUTO BILD auf Steuerketten umgestellt.

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1. Fahrzeugdaten

Je genauer die Fahrzeugdaten, desto belastbarer der Ratgeber.

HSN/TSN stehen im Fahrzeugschein unter 2.1 und 2.2. FIN steht in Feld E, an der Windschutzscheibe oder am Türrahmen. Den Motorcode finden Sie oft im Serviceheft, auf dem Fahrzeugdatenträger, am Motor oder auf einer Werkstattrechnung.

2. Schaden

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3. Kontakt

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Anzeichen eines EcoBoost Motorschadens

Wer die Anzeichen kennt, kann einen wirtschaftlichen Totalschaden oft noch abwenden. Die vier Hauptsymptome:

  • Schwinden der Kühlflüssigkeit
  • Leistungsverlust
  • übermäßige oder blaue Rauchentwicklung
  • übermäßiger Ölverbrauch

Das Schwinden der Kühlflüssigkeit führt zum Überhitzen des Motors und ist beim 1.6 EcoBoost der Auslöser für Risse im Zylinderkopf. Ein Leistungsverlust deutet meist auf fehlende Kompression in einem Zylinder hin.

Blauer Rauch aus dem Auspuff zeigt, dass bereits Öl mitverbrannt wird. Ein Ölverbrauch deutlich über dem Wert von etwa 0,5 Liter auf 1.000 km, den AUTO BILD als Obergrenze des Normalen nennt, ist ebenfalls ein Warnzeichen: Fehlendes Öl bedeutet fehlende Schmierung, und die Bauteile reiben aneinander.

Ford EcoBoost Motor mit Downsizing-Turbolader

Die typischen Schäden

Zahnriemen im Ölbad (1.0 EcoBoost)

Der Dreizylinder treibt Nockenwellen und Ölpumpe über zwei im Motoröl laufende Zahnriemen (Steuerriemen und Ölpumpenriemen) an. Ford schreibt dafür laut AUTO BILD ausschließlich die Öle 0W-20 WSS-M2C954-A1 oder 5W-20 WSS-M2C948-B vor. Falsches, überaltertes oder durch Kurzstrecken mit Kraftstoff verdünntes Öl greift den Riemen an: Er verliert Zähne oder löst sich auf, die Partikel verstopfen das Ölsieb, und der Öldruck bricht ein. Die Folgen reichen von Schäden an Kolbenringen, Turbolader und Pleuellagern bis zum Festgehen des Motors.

Ford gewährt nach AUTO BILD bei lückenlos dokumentierter Wartung Kulanz bis 160.000 km oder 72 Monate nach Erstzulassung und empfiehlt, das Ölsieb bei jedem dritten oder vierten Ölwechsel zu kontrollieren. Ein vorsorglicher Riemenwechsel kostet ab etwa 1.500 Euro; für einen Wechsel mit Reinigung des Ölkreislaufs nennt AUTO BILD 3.000 bis 5.000 Euro.

Zylinderkopf und Kühlmittel (1.6 EcoBoost)

Beim 1.6 EcoBoost kann der Zylinderkopf bei zu wenig Kühlmittel überhitzen und reißen; tritt dann Öl auf heiße Teile aus, besteht Brandgefahr. Ford rief deshalb in Deutschland rund 56.000 Fahrzeuge zurück, darunter Fiesta ST, Focus, C-Max, Kuga und Transit Connect aus den Baujahren 2010 bis 2014. Die Werkstatt rüstet einen Kühlmittelstandsensor nach und aktiviert per Software eine Warnung; wird sie ignoriert, reduziert der Motor die Leistung.

Ein Haarriss im Zylinderkopf ist schwer zu finden. Durch ihn schwindet die Kompression, Kühlflüssigkeit gelangt in den Brennraum und beschädigt Kolben und Zylinderkopf weiter. AUTO BILD nennt beim Focus außerdem Motorblockrisse an den großen 1.6- und 2.0-Litern sowie defekte Katalysatoren am 1.0 EcoBoost als bekannte Schwächen.

Überhitzung durch Undichtigkeiten

Auch ohne Rückruffall überhitzen EcoBoost-Motoren, wenn ein Kühlmittelschlauch oder die Stirndeckeldichtung undicht wird. Die Bauteile werden nicht mehr ausreichend gekühlt, und aus einer kleinen Undichtigkeit entsteht eine Reihe von Folgeschäden.

Reparatur, Austauschmotor oder Verkauf?

Eine Motorinstandsetzung lohnt sich meist nur, wenn der Motor noch nicht überhitzt war und der Schaden außerhalb des Grundmotors liegt. Ein früh entdeckter Haarriss im Zylinderkopf lässt sich noch mit vertretbarem Aufwand beheben; ist der Schaden erst spät gefunden worden, steigen Arbeitszeit und Teilekosten schnell.

Ist der Schaden groß oder nicht zu lokalisieren, bieten Werkstätten den Austauschmotor an. Nach AUTO BILD kostet ein Rumpfmotor für einen handelsüblichen Vierzylinder in der Regel 2.000 bis 6.000 Euro, dazu kommt die Werkstattstunde mit 65 bis über 100 Euro und mindestens ein weiterer Arbeitstag für Aus- und Einbau. Überholte 1.0-EcoBoost-Motoren bieten die MotorschadenVergleich-Partnerbetriebe nach eigenen Erfahrungswerten ab etwa 3.000 Euro ohne Einbau an. Liegt der Preis eines geprüften Austauschmotors deutlich unter dem Fahrzeugwert, ist der Tausch in der Regel sinnvoll.

Der Verkauf mit Motorschaden ist die bessere Wahl, wenn das Fahrzeug bereits intensiv genutzt wurde oder einen geringen Marktwert hat. Der erzielbare Preis hängt fast ausschließlich von Laufleistung, Modell und Zustand ab.

Motorschaden-Kosten-Rechner

Motorpreise aus gesammelten Marktangeboten

Vorbeugung

Beobachten Sie den Kühlmittelstand und die Temperaturanzeige. Hinterlässt das Auto Pfützen oder steigt die Temperatur über den Normalbereich, stellen Sie den Motor sofort ab und lassen Sie die Ursache prüfen.

Verwenden Sie beim Ölwechsel nur das von Ford freigegebene Öl und halten Sie die Intervalle ein; bei häufigen Kurzstrecken sollten sie verkürzt werden. Ein unruhiger Kaltstart, Leistungsverlust oder ein neuer Geräuschpegel gehören sofort in die Werkstatt, bevor sich aus einem Riemen- oder Kühlproblem ein kapitaler Motorschaden entwickelt.

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Motorcodes der EcoBoost-Baureihe

Für die Anfrage nach einem Austauschmotor wird der Motorcode benötigt. Häufige Codes aus den Anfragen unserer Partnerbetriebe:

  • 1.0 EcoBoost (100 PS): M2DA, M2DB, M2DC, M2GB
  • 1.0 EcoBoost (125 PS): M1JA, M1JE, M1JH, M1CA, M1CB, SFJA, SFJB, SFJC, SFJD, YYJC, B7DA
  • 1.5 EcoBoost (150 PS): M8MC, M8MD
  • 1.6 EcoBoost (150 PS): JQMA, JQMB
  • 1.6 EcoBoost (182 PS): JTMA

Den Code Ihres Motors finden Sie mit dem Motorcode-Finder.

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Quellen

Häufige Fragen

Welche EcoBoost-Motoren sind am häufigsten betroffen?

Vor allem der 1.0 EcoBoost mit Zahnriemen im Ölbad und der 1.6 EcoBoost, dessen Zylinderkopf bei Kühlmittelmangel überhitzen und reißen kann.

Warum löst sich der Zahnriemen beim 1.0 EcoBoost auf?

Der Riemen läuft im Motoröl. Falsches, überaltertes oder mit Kraftstoff verdünntes Öl greift das Material an; Partikel verstopfen das Ölsieb, der Öldruck bricht ein und der Motor wird nicht mehr geschmiert.

Welches Öl ist für den 1.0 EcoBoost freigegeben?

Laut AUTO BILD ausschließlich 0W-20 nach WSS-M2C954-A1 oder 5W-20 nach WSS-M2C948-B. Andere Öle erhöhen das Risiko eines Riemenschadens erheblich.

Gibt es einen Rückruf für den 1.6 EcoBoost?

Ja. In Deutschland wurden rund 56.000 Fahrzeuge der Baujahre 2010 bis 2014 zurückgerufen. Die Werkstatt rüstet einen Kühlmittelstandsensor nach und aktiviert eine Warnung per Software.

Was kostet ein EcoBoost-Austauschmotor?

Nach AUTO BILD kostet ein Rumpfmotor für einen Vierzylinder 2.000 bis 6.000 Euro plus Einbau. Überholte 1.0-EcoBoost-Motoren bieten die Partnerbetriebe ab etwa 3.000 Euro ohne Einbau an.

Wann lohnt sich die Reparatur nicht mehr?

Wenn der Motor bereits überhitzt war oder Partikel des Zahnriemens im Ölkreislauf verteilt sind, übersteigen Suche und Reinigung schnell den Wert einer Instandsetzung. Dann sind Austauschmotor oder Verkauf zu vergleichen.