Der Transit 2.2 TDCi und seine Schwachstelle

Ein Motorschaden am 2.2 TDCi Ford Transit ist keine Seltenheit. Betroffen sind vor allem die frontgetriebenen Modelle der Baujahre 2006 bis 2011; AUTO BILD nennt für diese Baujahre verkokende Injektoren als Ursache für Motorschäden. Nach den Erfahrungen unserer Partnerbetriebe sind die leistungsschwächeren Varianten seltener betroffen als die Versionen mit 130 PS und 140 PS.

TDCi ist Fords Bezeichnung für turboaufgeladene Common-Rail-Dieselmotoren. Beim 2.2 TDCi liegt das Problem weniger am Turbolader als an der Einspritzung: Die Injektoren dieser Baureihe neigen zur Verkokung, und der Schaden beginnt lange bevor der Motor auffällig wird.

Nach einem Transit-Motorschaden stehen drei Wege offen: Instandsetzung, Austauschmotor oder Verkauf. Welcher passt, hängt davon ab, wie weit die unten beschriebene Schadenskette bereits fortgeschritten ist.

Motorschaden-Ratgeber

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1. Fahrzeugdaten

Je genauer die Fahrzeugdaten, desto belastbarer der Ratgeber.

HSN/TSN stehen im Fahrzeugschein unter 2.1 und 2.2. FIN steht in Feld E, an der Windschutzscheibe oder am Türrahmen. Den Motorcode finden Sie oft im Serviceheft, auf dem Fahrzeugdatenträger, am Motor oder auf einer Werkstattrechnung.

2. Schaden

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3. Kontakt

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Typische Symptome

Wer die Anzeichen kennt, kann dem wirtschaftlichen Totalschaden oft noch entgehen.

Starkes Ruckeln ist eines der ersten Symptome und geht meist mit einem spürbaren Leistungsverlust einher. Laut AUTO BILD zeigen defekte Injektoren außerdem Startschwierigkeiten, erhöhten Verbrauch, unruhigen Leerlauf und Motorklopfen.

Weniger subtil ist das oft beobachtete Hochdrehen des Motors: Der Diesel lässt sich nicht mehr bremsen und dreht ohne Gasbefehl hoch, begleitet von starker Rauchentwicklung. In diesem Stadium hilft auch das Abziehen des Zündschlüssels meist nicht mehr, weil der Motor eigenes Öl verbrennt.

Ford Transit 2.2 TDCi Dieselmotor

Beim Diesel ist der Ölverbrauch ein früher Hinweis. Bis etwa 0,5 Liter auf 1.000 km gelten laut AUTO BILD als normal; alles darüber sollte eine Werkstatt prüfen, weil das Öl über undichte Kolben in den Brennraum gelangt.

Nicht zuletzt zählen die Geräusche: Ein Klopfen oder Rasseln aus dem Motorraum kündigt einen vorhandenen oder kommenden Motorschaden an. Nicht jedes Symptom ist beim Transit offensichtlich; achten Sie deshalb auf jede Veränderung im Lauf des Motors.

Die Schadenskette: Injektoren, Kolben, Turbolader

Auslöser sind die Injektoren, die dem Zylinder den Kraftstoff zuführen. Verkoken sie langsam, entsteht ein ungleichmäßiges Spritzbild; die Verbrennungswärme verteilt sich nicht mehr gleichmäßig im Brennraum, und mit der Zeit entstehen Risse oder sogar Löcher im Kolbenboden. AUTO BILD beschreibt denselben Mechanismus allgemein: Tropfende Injektoren führen zu unkontrollierter Verbrennung und im Extremfall zur Kolbenschmelze.

Dichten die Kolben nicht mehr, drücken Verbrennungsgase ins Kurbelgehäuse. Über die Kurbelgehäuseentlüftung gelangt Ölnebel in den Ansaugtrakt – zusätzlich kann ein verschlissener Turbolader Öl in die Ladeluft drücken. Der Motor dreht dann mit seinem eigenen Öl hoch, bis er sich selbst zerstört.

Kolben und Zylinder eines zerlegten Dieselmotors werden vermessen

Für neuere Transit gab es einen offiziellen Rückruf: Bei 2.2- und 3.2-Liter-Duratorq-TDCi aus der Produktion September 2014 bis Januar 2015 war das interne Ventil der Injektoren möglicherweise nicht korrekt montiert; fällt es aus, verliert der Kraftstoffverteiler Druck und der Motor kann abschalten. In Deutschland waren rund 7.200 Fahrzeuge betroffen (Transit, Transit Custom, Ranger). Für die Verkokungsproblematik der Baujahre 2006 bis 2011 ist uns keine vergleichbare Aktion bekannt; ob Ford im Einzelfall Kulanz gewährt, klären Sie am besten direkt beim Händler.

Ein Hinweis von AUTO BILD zur Diagnose: Werkstätten tauschen beim Transit oft den Turbolader, obwohl nur der Stellmotor der variablen Leitschaufeln durch Ruß festsitzt. Der Stellmotor kostet dort etwa 250 Euro, der Turbolader rund 1.400 Euro; eine genaue Diagnose lohnt sich also.

Reparatur, Austauschmotor oder Verkauf?

Wurde der Schaden früh erkannt, genügt bei der Motorinstandsetzung der Tausch der Injektoren, eventuell mit Reinigung des Ladeluftsystems. Ein Common-Rail-Injektor kostet laut AUTO BILD über 200 Euro, der komplette Tausch mit Arbeit leicht über 1.000 Euro. Sind die Kolben bereits beschädigt, muss der Motor geöffnet werden; dann sind Kolben, Laufbahnen und Turbolader zu prüfen.

Bei durchgebrannten Kolben und beschädigtem Turbolader ist der Austauschmotor meist die wirtschaftlichere Lösung. Austauschmotoren für den 2.2 TDCi bieten die MotorschadenVergleich-Partnerbetriebe nach eigenen Erfahrungswerten ab etwa 3.400 Euro ohne Einbau an; entscheidend sind Motorcode, Zustand (gebraucht, überholt, neu) und die Gewährleistung. Gegenüber Privatkunden müssen gewerbliche Verkäufer für gebrauchte Motoren zwölf Monate Gewährleistung übernehmen, bei Kauf auf Firma kann sie ausgeschlossen werden; seriöse Instandsetzer geben meist zwei Jahre, jeweils bei Einbau durch eine Fachwerkstatt.

Bei hoher Laufleistung oder geringem Restwert kann der Verkauf mit Motorschaden die bessere Wahl sein. Der Preis hängt von Laufleistung, Aufbau und Zustand des Transporters ab.

Motorschaden-Kosten-Rechner

Motorpreise aus gesammelten Marktangeboten

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Motorcodes der Transit-Dieselmotoren

Für ein Angebot wird der Motorcode benötigt. Häufige Codes aus den Anfragen unserer Partnerbetriebe:

  • Transit 2.2 TDCi (100/125 PS, 2011–2012): CYF5, CYFA, CYFB, CYFC, CYFD, CYFF, CYFG, CYR5, CYRA, CYRC
  • Transit 2.2 TDCi (155 PS, ab 2012): CVF5, CVFF, CVR5, CVRA, CVRB, CVRC
  • Transit 2.0 TDCi (131/170 PS, 2015–2019): BKFA, BKFB, BKRB, BLFA, BLFB, BLRA
  • Transit Connect 1.6 TDCi (95 PS, 2013–2014): T1GA, T3CA, T3CB, T3CC, TZGA, TZGB
  • Transit Connect 1.5 TDCi (100 PS, ab 2018): XXCA, XXCB, XXCC

Den Code Ihres Motors finden Sie mit dem Motorcode-Finder.

Motorschaden vorbeugen

Bei den betroffenen Baujahren empfiehlt es sich, die Injektoren vorsorglich prüfen oder tauschen zu lassen. AUTO BILD rät, das Spritzbild der Injektoren bei Bosch prüfen zu lassen; ein ungleichmäßiges Spritzbild ist der Zeitpunkt zum Tausch, bevor Kolben und Turbolader Schaden nehmen.

Achten Sie außerdem auf die Kraftstoffqualität. AUTO BILD rät für den Transit 2.2 TDCi ausdrücklich: keinen Biodiesel tanken. Es wird vermutet, dass Biodiesel die Verkokung der Injektoren fördert.

Ölverlust an Ventildeckel, Ölwanne, Druckschalter, Zylinderkopf und Kurbelwellenriemenscheibe kommt laut AUTO BILD bei den meisten älteren Transportern vor und sollte behoben werden, bevor der Ölstand kritisch wird.

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Quellen

Häufige Fragen

Welche Transit-Baujahre sind vom Motorschaden betroffen?

Vor allem der 2.2 TDCi der Baujahre 2006 bis 2011, laut AUTO BILD wegen verkokender Injektoren. Nach Erfahrung unserer Partnerbetriebe trifft es die 130- und 140-PS-Varianten häufiger als die schwächeren Versionen.

Wie entsteht der Motorschaden beim Transit 2.2 TDCi?

Verkokte Injektoren erzeugen ein schiefes Spritzbild, die Wärme verteilt sich ungleichmäßig, und der Kolbenboden bekommt Risse oder Löcher. Über die undichten Kolben gelangt Ölnebel in den Ansaugtrakt, der Motor dreht mit eigenem Öl hoch.

Welche Symptome kündigen den Schaden an?

Starkes Ruckeln mit Leistungsverlust, Startschwierigkeiten, unruhiger Leerlauf, Klopfen oder Rasseln, ein Ölverbrauch deutlich über 0,5 Liter auf 1.000 km und im Endstadium ein selbstständig hochdrehender Motor mit starker Rauchentwicklung.

Gibt es einen Rückruf?

Für 2.2- und 3.2-Duratorq-TDCi aus der Produktion September 2014 bis Januar 2015 rief Ford rund 7.200 Fahrzeuge in Deutschland wegen eines fehlerhaft montierten Injektorventils zurück. Für die Verkokungsproblematik der Baujahre 2006 bis 2011 ist uns keine vergleichbare Aktion bekannt.

Wie kann ich vorbeugen?

Injektoren vorsorglich prüfen oder tauschen lassen, das Spritzbild bei Bosch kontrollieren, keinen Biodiesel tanken und Ölverlust am Motor frühzeitig beheben.

Was kostet ein Austauschmotor für den Transit 2.2 TDCi?

Die Partnerbetriebe von MotorschadenVergleich bieten Austauschmotoren nach eigenen Erfahrungswerten ab etwa 3.400 Euro ohne Einbau an. Der Preis hängt von Motorcode, Zustand und Gewährleistung ab.