Der 1.5 TDCi im Ford Focus

Ein Motorschaden am Ford Focus 1.5 TDCi ist keine Seltenheit. Am häufigsten betroffen sind die 1.5 TDCi Modelle mit 120 PS (88 kW), berichtet wird aber auch über andere TDCi-Varianten.

TDCi ist Fords Bezeichnung für turboaufgeladene Dieselmotoren mit Common-Rail-Einspritzung. Bei Common Rail versorgt ein gemeinsames Verteilerrohr alle Injektoren mit Kraftstoff unter hohem Druck; das erlaubt eine präzise Einspritzung und einen geringen Verbrauch, macht den Motor aber empfindlich gegen fehlerhafte Injektoren.

Der Focus gehört zur Kompaktklasse und war mehrfach das meistverkaufte Auto seiner Klasse. Wegen der hohen Stückzahlen betreffen Motorschäden an diesem Modell viele Halter. Die Schäden lassen sich nicht auf ein einzelnes Problem eingrenzen; meist liegen die üblichen Ursachen eines Dieselmotorschadens vor.

Kurzdaten des 1.5 TDCi mit 120 PS: 1.498 cm³ Hubraum, vier Zylinder, 88 kW, Bauzeit im Focus III von 2014 bis 2018.

Ford Focus 1.5 TDCi Motor

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1. Fahrzeugdaten

Je genauer die Fahrzeugdaten, desto belastbarer der Ratgeber.

HSN/TSN stehen im Fahrzeugschein unter 2.1 und 2.2. FIN steht in Feld E, an der Windschutzscheibe oder am Türrahmen. Den Motorcode finden Sie oft im Serviceheft, auf dem Fahrzeugdatenträger, am Motor oder auf einer Werkstattrechnung.

2. Schaden

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3. Kontakt

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Anzeichen für einen Motorschaden

Beim 1.5 TDCi gibt meist die Motortemperaturanzeige den ersten Hinweis: Sie erreicht die Betriebstemperatur nicht mehr oder zeigt eine Überhitzung an. Oft ist zugleich der Kühlmittelbehälter schnell leer, weil der Motor Kühlmittel mitverbrennt; beim Öffnen des Deckels kann Kühlmittel unter Druck aus dem Behälter hochgedrückt werden.

Weniger subtil ist das Aufleuchten der Motorkontrollleuchte. Sie meldet nur einen möglichen Fehler, sollte aber nicht ignoriert werden. Nach längerer Standzeit springt ein betroffener TDCi häufig nicht mehr an.

Daneben gelten die üblichen Anzeichen eines Motorschadens. Beim Diesel ist der Ölverbrauch ein wichtiges Indiz: Bis etwa 0,5 Liter auf 1.000 km gelten laut AUTO BILD als normal, ein Motorschaden treibt den Verbrauch weit darüber. Ein deutlicher Leistungsverlust weist meist auf fehlende Kompression in einem Zylinder hin.

Häufige Schäden

Defekte Einspritzventile

Der 1.5 TDCi hat öfter Probleme mit der Einspritzung. Typische Symptome defekter Injektoren sind laut AUTO BILD Leistungseinbußen, Startschwierigkeiten, erhöhter Verbrauch, unruhiger Leerlauf und Motorklopfen. Nachtropfende Injektoren sind besonders gefährlich: Sie waschen den Schmierfilm von der Zylinderwand und können einen Kolbenschaden verursachen. Hat das Ventil noch keine Folgeschäden angerichtet, genügt der Tausch; sind die Kolben beschädigt, muss der Motor geöffnet werden.

Undichte Zylinderkopfdichtung

Sinkt das Kühlwasser, ist oft eine defekte Zylinderkopfdichtung die Ursache. Kühlmittel oder Öl verbrennen mit, und Abgase werden ins Kühlsystem gedrückt. Der so entstehende Druck erklärt, warum das Kühlwasser nach dem Öffnen des Behälters hochgedrückt wird.

Steuertrieb: Zahnriemen und Nockenwellenrad

Reißt der Zahnriemen, kommen die Steuerzeiten durcheinander und die Ventile kollidieren mit den Kolben. Dann liegt fast immer ein kapitaler Motorschaden vor. Beim 1.5 TDCi kommt eine bekannte Schwachstelle hinzu: Ford führte für rund 8.400 Fahrzeuge in Deutschland (Focus, Fiesta, B-Max, C-Max, EcoSport, Mondeo, Transit Connect, Tourneo Courier) aus der Produktion Oktober 2014 bis April 2015 die Serviceaktion 16B42 durch, weil das Nockenwellenrad nicht der Materialspezifikation entsprach und durch Materialermüdung brechen kann. Die Folge wäre laut Ford ein Motorschaden oder ein Abschalten des Motors. AUTO BILD nennt für den Focus III außerdem beim 1.6 TDCi Schäden am Turbolader; der bekannte Rückruf wegen Überhitzung betraf den 1.0 EcoBoost, nicht die TDCi-Diesel.

Reparatur, Austauschmotor oder Verkauf?

Eine Motorinstandsetzung lohnt sich meist, wenn der Schaden außerhalb des Grundmotors liegt, etwa ein defekter Turbolader oder ein Injektor ohne Folgeschaden. AUTO BILD beziffert einen Common-Rail-Injektor mit über 200 Euro, den kompletten Tausch mit Arbeit auf leicht über 1.000 Euro. Ist der Grundmotor betroffen, liegt eine Generalüberholung nach RAL-GZ 797 laut AUTO BILD etwa 20 bis 40 Prozent unter dem Preis eines Austauschmotors.

Bei einem größeren Schaden, etwa nach einem Riss des Zahnriemens, ist der Austauschmotor oft die wirtschaftlichste Lösung. Ein Rumpfmotor für einen handelsüblichen Vierzylinder kostet laut AUTO BILD 2.000 bis 6.000 Euro; dazu kommen die Werkstattstunde mit 65 bis über 100 Euro und mindestens ein weiterer Arbeitstag für Aus- und Einbau. Ob sich das lohnt, hängt vom Restwert des Focus ab. Gewerbliche Verkäufer müssen für gebrauchte Motoren zwölf Monate Gewährleistung übernehmen, seriöse Instandsetzer geben meist zwei Jahre; Voraussetzung ist der Einbau durch eine Fachwerkstatt.

Ist der Focus bereits intensiv genutzt worden oder hat er nur noch einen geringen Marktwert, ist der Verkauf mit Motorschaden meist die bessere Wahl. Der Preis hängt fast ausschließlich von Laufleistung, Ausstattung und Zustand ab.

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Motorpreise aus gesammelten Marktangeboten

Motorschaden vorbeugen

Lassen Sie die Injektoren bei der nächsten Inspektion prüfen. Zeigt ein Ventil ein ungleichmäßiges Spritzbild, sollte es sofort getauscht werden, bevor es Kolben und Zylinderwand beschädigt.

Der Zylinderkopfdichtung hilft vor allem thermische Schonung: nach dem Kaltstart nicht hochdrehen, bis die Betriebstemperatur erreicht ist, und nach langen Fahrten bei hohen Außentemperaturen die letzten Kilometer mit niedriger Drehzahl fahren.

Den Zahnriemen wechseln Sie nach dem Serviceplan von Ford. Die Hersteller geben laut ADAC je nach Modell Intervalle zwischen 60.000 und 240.000 km oder sechs bis zehn Jahre vor; maßgeblich ist, was zuerst eintritt. Wer ein Fahrzeug aus dem Produktionszeitraum der Serviceaktion 16B42 fährt, sollte beim Ford-Händler anhand der Fahrgestellnummer prüfen lassen, ob das Nockenwellenrad bereits getauscht wurde.

Leuchtet die Motorkontrollleuchte, ist die Fahrt zur nächsten Werkstatt Pflicht.

Ford Motorschaden vorbeugen: Wartung am Dieselmotor

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Quellen

Häufige Fragen

Welche Anzeichen hat ein Motorschaden am Focus 1.5 TDCi?

Eine Temperaturanzeige, die nicht mehr die Betriebstemperatur erreicht oder Überhitzung zeigt, ein schnell leerer Kühlmittelbehälter, die Motorkontrollleuchte, Startprobleme nach Standzeit, hoher Ölverbrauch und Leistungsverlust.

Was sind die häufigsten Ursachen?

Defekte oder nachtropfende Einspritzventile, eine undichte Zylinderkopfdichtung und Schäden am Steuertrieb, etwa ein gerissener Zahnriemen oder das bruchgefährdete Nockenwellenrad der Serviceaktion 16B42.

Welche Fahrzeuge betrifft die Serviceaktion 16B42?

Rund 8.400 Fahrzeuge in Deutschland mit 1.5 TDCi aus der Produktion Oktober 2014 bis April 2015, darunter Focus, Fiesta, B-Max, C-Max, EcoSport, Mondeo, Transit Connect und Tourneo Courier. Ford tauscht das Nockenwellenrad.

Was kostet ein Austauschmotor für den Focus 1.5 TDCi?

Laut AUTO BILD kostet ein Rumpfmotor für einen Vierzylinder 2.000 bis 6.000 Euro; dazu kommen Werkstattstunden von 65 bis über 100 Euro und mindestens ein Arbeitstag für Aus- und Einbau.

Wann lohnt sich die Motorinstandsetzung?

Wenn der Schaden außerhalb des Grundmotors liegt, etwa ein Turbolader oder ein Injektor ohne Folgeschaden. Ein Injektortausch liegt laut AUTO BILD bei etwas über 1.000 Euro inklusive Arbeit.

Wie beuge ich einem Motorschaden vor?

Injektoren bei der Inspektion prüfen lassen, den Motor warm- und kaltfahren, den Zahnriemen nach Serviceplan wechseln und bei leuchtender Motorkontrollleuchte sofort in die Werkstatt.