Der Zahnriemen, oft auch Steuerriemen genannt, übernimmt in vielen Motoren die Aufgabe der Steuerkette: Er verbindet Kurbelwelle und Nockenwelle und hält so Kolben und Ventile im Takt. Anders als eine Kette altert der Riemen. Er wird mit der Zeit rissig und porös und muss deshalb in festen Abständen ersetzt werden.

Bleibt der Wechsel aus, reißt der Riemen irgendwann – in der Regel ohne Vorwarnung. Bei den meisten Motoren bedeutet das einen kapitalen Motorschaden.

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1. Fahrzeugdaten

Je genauer die Fahrzeugdaten, desto belastbarer der Ratgeber.

HSN/TSN stehen im Fahrzeugschein unter 2.1 und 2.2. FIN steht in Feld E, an der Windschutzscheibe oder am Türrahmen. Den Motorcode finden Sie oft im Serviceheft, auf dem Fahrzeugdatenträger, am Motor oder auf einer Werkstattrechnung.

2. Schaden

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3. Kontakt

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Aufgabe und Aufbau des Zahnriemens

Ein Viertaktmotor arbeitet in vier Schritten: Ansaugen, Verdichten, Zünden, Ausstoßen. Damit die Ventile zum richtigen Zeitpunkt öffnen und schließen, muss die Nockenwelle exakt zur Kurbelwelle laufen. Diese Verbindung stellt der Zahnriemen her; die Kurbelwelle dreht dabei mit der doppelten Drehzahl der Nockenwelle, sodass sich Kolben und Ventile nie berühren.

Damit der Riemen keinen Zahn überspringt, halten ihn eine Spanneinheit sowie Spann- und Umlenkrollen unter Spannung. Bei vielen Motoren treibt er zusätzlich die Wasserpumpe an. Diese Nebenbauteile verschleißen mit und spielen beim Wechsel eine Rolle.

Riementrieb mit Spann- und Umlenkrollen an der Stirnseite eines Motors

Der Zugstrang des Riemens besteht aus Glasfasern, Aramid oder Stahlcord und trägt die Hauptlast. Er ist in einen Rücken aus Gummi oder Kunststoff eingebettet; die Zähne auf der Innenseite bestehen häufig aus Polyurethan. Dieses Elastomer altert: Es verhärtet, wird spröde und reißt schließlich ein.

Wann muss der Zahnriemen gewechselt werden?

Ein universelles Intervall gibt es nicht. Die Hersteller legen den Wechsel für jeden Motor einzeln fest, und die Spanne ist groß: Laut ADAC reichen die Vorgaben von 60.000 bis 240.000 Kilometer. Ein VW Golf IV mit 1.9 TDI (Baujahr 2000) braucht demnach bereits nach 60.000 Kilometern einen neuen Riemen, ein Golf VII mit 1.5 TSI (Baujahr 2017) erst nach 240.000 Kilometern. Als Faustregel gilt laut ADAC: Je älter das Fahrzeug, desto kürzer das Intervall.

Beispiele aus der ADAC-Übersicht zeigen, wie weit die Vorgaben auseinanderliegen:

  • Citroën C3 1.2 PureTech: 120.000 km oder 6 Jahre
  • Ford Fiesta 1.0 EcoBoost: 240.000 km oder 10 Jahre
  • Mercedes A 180 d: 200.000 km oder 10 Jahre
  • Nissan Qashqai 1.5 dCi: 150.000 km oder 6 Jahre

Neben der Laufleistung zählt das Alter. Da der Riemen auch im Stand altert, geben die Hersteller zusätzlich ein Zeitintervall vor. Laut AUTO BILD kann der Wechsel bei manchen Motoren schon nach fünf Jahren fällig sein, spätestens nach zehn Jahren in den meisten Fällen. Maßgeblich ist immer die Angabe im Serviceheft oder in der Betriebsanleitung Ihres Fahrzeugs. Wenn Sie den Motorcode nicht kennen, hilft der Motorcode-Finder.

Sonderfall: Zahnriemen im Ölbad

Bei einigen modernen Motoren läuft der Zahnriemen im Motoröl, etwa beim Ford 1.0 EcoBoost und beim 1.2 PureTech von Stellantis. Laut AUTO BILD verliert der Riemen dort in manchen Fällen Zähne oder löst sich unbemerkt auf; die Partikel setzen das Ölsieb zu, bis kein Öldruck mehr vorhanden ist. Hier zählt die exakte Ölspezifikation des Herstellers; AUTO BILD zitiert die Empfehlung, den Ölwechsel auf ein Jahr beziehungsweise 15.000 Kilometer und das Riemenintervall vorsorglich auf acht Jahre zu verkürzen. Mehr unter Ford EcoBoost Motorschaden.

Anzeichen für einen verschlissenen Zahnriemen

Ein Zahnriemen kündigt sein Versagen selten an. Laut AUTO BILD gibt es Vorwarnsignale nur sehr selten – manchmal ein leichtes Schleifen, minimale Vibrationen oder ein unruhiger Motorlauf, meist aber gar nichts. Deshalb sind das Intervall und die Sichtprüfung entscheidend, nicht das Gehör.

Bei der Sichtprüfung zeigen sich typischerweise:

  • Risse und spröde Stellen auf dem Riemenrücken
  • Ausgefranste Kanten oder fehlende Zähne
  • Ein Riemen, der nicht mehr korrekt gespannt ist

Ein gelockerter Riemen kann einen Zahn überspringen. Dann stimmen die Steuerzeiten nicht mehr, der Motor läuft unrund, startet schlecht oder verliert Leistung. In diesem Fall sollte das Fahrzeug stehen bleiben und in der Werkstatt geprüft werden. Weitere Ursachen beschreibt Motor läuft unrund.

Was passiert, wenn der Zahnriemen reißt?

Reißt der Riemen, kommen die Steuerzeiten durcheinander: Die Ventile bleiben stehen, während die Kolben weiter hochlaufen. Bei den meisten Motoren – sie sind keine „Freiläufer“ – teilen sich Kolben und Ventile nahezu denselben Raum. Die Folge ist eine Kollision von Kolben und Ventilen: Ventile verbiegen oder brechen, Kolben bekommen Dellen oder Risse, Pleuel können sich verbiegen. Häufig sind auch Zylinderwände und Zylinderkopf betroffen.

Der Riss macht sich meist durch einen Schlag bemerkbar, danach geht der Motor sofort aus und lässt sich nicht mehr starten. Ein Startversuch sollte unterbleiben, da jede weitere Umdrehung zusätzliche Schäden verursacht.

Eine Ausnahme sind die seltenen Freiläufer: Hier haben Ventile und Kolben laut ADAC genügend Abstand, sodass es zu keiner Kollision kommt. Nach dem Riemenwechsel läuft der Motor wieder.

Reparatur, Austauschmotor oder Verkauf?

Nach einem Riss an einem Motor, der kein Freiläufer ist, liegt in der Regel ein kapitaler Motorschaden vor. Laut AUTO BILD liegen die Reparaturkosten dann schnell zwischen 3.000 und 8.000 Euro oder darüber. Ob eine Motorinstandsetzung sinnvoll ist, hängt vom Befund ab: Sind nur Ventile und Zylinderkopf betroffen, kann eine Instandsetzung des Zylinderkopfs genügen. Sind auch Kolben, Pleuel oder Zylinderwände beschädigt, ist ein Austauschmotor häufig die wirtschaftlichere Lösung. Bei geringem Restwert kann der Verkauf mit Motorschaden die bessere Wahl sein; die Entscheidungshilfe dazu gibt der Ratgeber Austauschmotor oder Instandsetzung.

Motorschaden-Kosten-Rechner

Motorpreise aus gesammelten Marktangeboten

Kosten des Zahnriemenwechsels

Die Kosten für den Wechsel schwanken ähnlich stark wie die Intervalle. Laut auto motor und sport liegen sie je nach Fahrzeugmodell und Werkstatt zwischen 250 und 1.000 Euro. Das Material ist dabei nicht der Kostentreiber: Ein Zahnriemensatz inklusive Umlenkrollen und Wasserpumpe kostet laut AUTO BILD im freien Handel meist 75 bis 150 Euro, in seltenen Fällen über 300 Euro. Den Rest macht die Arbeitszeit aus.

Die Dauer hängt davon ab, wie gut der Riemen zugänglich ist. AUTO BILD nennt im Schnitt drei bis fünf Stunden, bei V6-Motoren sechs bis acht, und als Beispiele rund 400 Euro für einen Opel Astra 1.6 sowie rund 600 Euro für einen Golf VI 2.0 TDI bei etwa 3,5 Stunden Arbeit. Muss der Motor für den Wechsel ausgebaut werden, liegen die Kosten laut ADAC und AUTO BILD deutlich im vierstelligen Bereich. Für den Ford 1.0 EcoBoost mit Riemen im Ölbad nennt AUTO BILD 1.500 Euro und mehr.

Welche Teile beim Wechsel mit getauscht werden sollten

Spannrolle und Umlenkrollen verschleißen ähnlich wie der Riemen und sollten immer mit ersetzt werden; laut ADAC verbauen Werkstätten in der Regel eine neue Spannrolle und je nach Modell eine neue Wasserpumpe. Wird die Wasserpumpe vom Zahnriemen angetrieben, gehört sie dazu: Für ihren Tausch muss der Riemen ohnehin herunter, und fällt sie später aus, überhitzt der Motor. Was dann droht, beschreibt Kühlwasserverlust.

Zahnriemen oder Steuerkette?

Eine Steuerkette kann größere Kräfte übertragen und gilt als weitgehend wartungsfrei – in der Praxis längen sich viele Ketten mit der Zeit. Ihr Vorteil: Ein Schaden kündigt sich meist durch Geräusche an. Der Austausch ist laut auto motor und sport aber besonders teuer, weil der Motor häufig ausgebaut werden muss. Mehr dazu unter Steuerkette wechseln Kosten und Steuerkette rasselt beim Kaltstart.

Der Zahnriemen arbeitet laut AUTO BILD leiser, leichter und reibungsärmer, ist günstiger zu verbauen und braucht keine Schmierung. Deshalb findet er sich vor allem in kleineren Motoren. Sein Nachteil: Er muss nach festem Intervall gewechselt werden und warnt vorher kaum. Wer das Intervall einhält, erlebt dafür keine Überraschungen.

So beugen Sie einem Zahnriemenschaden vor

  • Halten Sie das Intervall nach Kilometern und Jahren ein – es gilt, was zuerst erreicht wird.
  • Lassen Sie den Riemen bei jeder Inspektion auf Risse, Porosität und Spannung prüfen.
  • Tauschen Sie Spannrolle, Umlenkrollen und – wenn angetrieben – die Wasserpumpe mit.
  • Verwenden Sie einen Riemen nach Herstellerspezifikation; ein Billigriemen kann selbst zur Ursache eines Motorschadens werden.
  • Lassen Sie den Wechsel von einer Fachwerkstatt ausführen; das Einstellen der Steuerzeiten erfordert Spezialwerkzeug.
  • Bei Riemen im Ölbad: nur das vorgeschriebene Öl verwenden und die Ölwechselintervalle einhalten.

Bei einem Gebrauchtwagen sollten Sie sich den letzten Wechsel per Rechnung nachweisen lassen. Fehlt der Nachweis, gilt der Riemen als fällig.

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Quellen

Häufige Fragen

Wie oft muss der Zahnriemen gewechselt werden?

Das hängt vom Motor ab. Die Herstellervorgaben reichen laut ADAC von 60.000 bis 240.000 Kilometer, zusätzlich gilt eine Altersgrenze von meist sechs bis zehn Jahren. Maßgeblich ist die Angabe im Serviceheft oder in der Betriebsanleitung Ihres Fahrzeugs.

Was kostet ein Zahnriemenwechsel?

Laut auto motor und sport je nach Modell und Werkstatt 250 bis 1.000 Euro. Das Material kostet laut AUTO BILD meist 75 bis 150 Euro; den Großteil macht die Arbeitszeit von drei bis fünf Stunden aus. Muss der Motor für den Wechsel ausgebaut werden, wird es vierstellig.

Merkt man, wenn der Zahnriemen reißt?

Vorher meist nicht. Ein leichtes Schleifen oder ein unruhiger Lauf sind selten. Der Riss selbst ist dagegen eindeutig: Der Motor geht mit einem Schlag aus und springt nicht mehr an. Ein Startversuch sollte unterbleiben.

Was passiert, wenn der Zahnriemen reißt?

Bei den meisten Motoren kollidieren Kolben und Ventile. Ventile verbiegen, Kolben und Zylinderkopf werden beschädigt, oft auch Pleuel und Zylinderwände. Laut AUTO BILD kostet die Reparatur dann schnell 3.000 bis 8.000 Euro. Nur bei den seltenen Freiläufern bleibt es beim Riemenwechsel.

Sollte die Wasserpumpe beim Zahnriemenwechsel mit getauscht werden?

Ja, wenn sie vom Zahnriemen angetrieben wird. Für ihren Tausch muss der Riemen ohnehin herunter, und eine später ausfallende Pumpe lässt den Motor überhitzen. Spannrolle und Umlenkrollen sollten immer mit ersetzt werden.

Zahnriemen oder Steuerkette – was ist besser?

Beides hat Vor- und Nachteile. Der Zahnriemen ist leiser, günstiger und muss nach festem Intervall gewechselt werden; hält man es ein, gibt es keine Überraschungen. Die Steuerkette hält oft länger und kündigt Verschleiß durch Geräusche an, ihr Austausch ist aber deutlich teurer.