Sind Dreizylinder schlecht?

Ein Dreizylinder soll weniger Kraftstoff verbrauchen als ein Vierzylinder gleicher Leistung. Durch weniger bewegliche Bauteile und ein geringeres Motorgewicht entstehen ein niedrigerer Verbrauch und gleichzeitig eine geringere Umweltbelastung. Trotzdem hat der Dreizylinder für viele keinen guten Ruf. Grund dafür ist meist die Einstellung, dass ein solcher Motor nicht die nötige Leistung besitzt und, wenn doch, keine lange Lebensdauer erreicht.

Für ältere Motoren kann das durchaus stimmen. Beim Downsizing gab es aber deutliche technische Fortschritte, sodass heute einige verlässliche und starke Dreizylinder gebaut werden. Was in einzelnen Baureihen schiefgeht, zeigt der Beitrag zum Skoda Fabia mit Dreizylinder.

Downsizing

Das Downsizing beschreibt ein Prinzip, bei dem Hubraum und Zylinderzahl des Motors möglichst weit reduziert werden, der Motor aber mit hubraumstarken Motoren mithalten soll. Bewerkstelligt wird dies durch eine hohe Aufladung des Dreizylinders, in der Regel über einen Abgasturbolader. Bei diesem treibt das Abgas eine Turbine an, die Frischluft in den Brennraum drückt. Durch das Plus an Sauerstoff im Brennraum kann mehr Kraftstoff eingespritzt werden, wodurch deutlich höhere Leistungswerte erreichbar sind. Dafür wird der Motor höheren Kräften ausgesetzt.

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HSN/TSN stehen im Fahrzeugschein unter 2.1 und 2.2. FIN steht in Feld E, an der Windschutzscheibe oder am Türrahmen. Den Motorcode finden Sie oft im Serviceheft, auf dem Fahrzeugdatenträger, am Motor oder auf einer Werkstattrechnung.

2. Schaden

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Bekannte Dreizylinder

Einer der bekanntesten leistungsstarken Dreizylinder steckt im Toyota GR Yaris. Der 2020 vorgestellte Turbo-Dreizylinder holt laut AUTO BILD aus 1,6 Litern Hubraum 261 PS und ist damit der stärkste Motor, der je in einem Serien-Yaris verbaut wurde. Für viele stellt dieser Motor eine sportliche Verbrenneralternative zu elektrisch angetriebenen Fahrzeugen dar.

Auch Ford setzt in der EcoBoost-Reihe auf sparsame Alltagsmotoren mit drei Zylindern. Der 1.0 EcoBoost mit 999 cm³ und 125 PS wurde in Fiesta, B-Max, Focus, C-Max und Grand C-Max angeboten und 2012 und 2013 zum „International Engine of the Year“ gewählt. Was bei dieser Baureihe später auffällig wurde, lesen Sie unter Ford EcoBoost Motorschaden.

Vor- und Nachteile des Dreizylinders

Vorteile

Der größte Vorteil eines Dreizylinders ist der geringere Verbrauch bei vergleichsweise hoher Leistung. Auto motor und sport fasst es so zusammen: Dreizylinder sind kompakter, leichter und sparsamer. Gegenüber einem Elektroauto lässt sich das Fahrzeug schnell tanken, und der geringe Schadstoffausstoß erleichtert die Fahrt in Innenstädte mit Umweltauflagen.

Ein weiterer Vorteil ist das geringe Gewicht. Ein Auto mit Dreizylinder wiegt in der Regel weniger als eines mit einem Vierzylinder gleicher Leistung. Da weniger Masse bewegt werden muss, fährt sich das Fahrzeug meist auch zügiger.

Nachteile

Einer der größten Nachteile ist die höhere Belastung des Motors. Sie lässt sich durch moderne Werkstofftechnik bei der Konstruktion größtenteils kompensieren, ein mit gleichen Mitteln konstruierter Vier- oder Sechszylinder wird aber immer eine höhere Lebensdauer besitzen.

Ein weiterer Nachteil ist das Turboloch. Der Motor braucht eine gewisse Drehzahl, um den Turbolader auf Touren zu bringen, wodurch ein Loch in der Leistungsentfaltung entsteht. Das Beschleunigen aus dem unteren Drehzahlbereich kann dadurch träge wirken. Auto motor und sport merkt außerdem an, dass der Verbrauchsvorteil in der Praxis kaum messbar ist und Dreizylinder vor allem gebaut werden, weil sie günstiger sind als ein Vierzylinder mit gleichem Hubraum.

Achtung

Rechnen Sie beim Kauf nicht fest mit dem Verbrauchsvorteil: Laut auto motor und sport ist er in der Praxis kaum messbar, und Dreizylinder werden vor allem gebaut, weil sie günstiger sind als ein Vierzylinder mit gleichem Hubraum. Dazu kommt das Turboloch, das Beschleunigen aus niedrigen Drehzahlen wirkt träge.

Lebensdauer und richtige Handhabung

Wie bei jedem anderen Motor entscheidet die richtige Handhabung über eine lange Lebensdauer. Dazu gehören insbesondere Wartung und Fahrweise. Der Motor sollte stets ordentlich warmgefahren werden, damit das Öl seine Aufgabe erfüllen kann. Um den Turbolader zu schonen, sollte das Fahrzeug nach längeren Hochlastfahrten noch etwas im niedrigen Drehzahlbereich bewegt werden, bevor der Motor abgestellt wird.

Profi-Tipp

Fahren Sie den Dreizylinder stets warm und nach längeren Hochlastfahrten noch etwas im niedrigen Drehzahlbereich, bevor Sie den Motor abstellen; das schont den Turbolader. Ziehen Sie bei viel Kurzstrecke den Ölwechsel nicht hinaus: Kurzstrecke und lange Intervalle setzen einem kleinen, hoch aufgeladenen Motor stärker zu als einem großen Sauger.

Bei so behandelten Dreizylindern sind hohe Laufleistungen möglich. Voraussetzung ist, das Auto regelmäßig warten zu lassen, den Ölwechsel pünktlich durchzuführen und Verschleißteile rechtzeitig zu ersetzen. Kurzstrecke und lange Ölwechselintervalle setzen einem kleinen, hoch aufgeladenen Motor stärker zu als einem großen Sauger.

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Motorpreise aus gesammelten Marktangeboten

Erleidet ein Dreizylinder trotzdem einen Motorschaden, stehen dieselben Wege offen wie bei jedem anderen Motor: Motorinstandsetzung, Austauschmotor oder der Verkauf mit Motorschaden. Welcher Weg sich rechnet, hängt vom Befund, vom Fahrzeugwert und von der Verfügbarkeit passender Motoren ab.

Dreizylinder oder Vierzylinder?

Ein Vierzylinder besitzt gegenüber einem Dreizylinder vor allem eine größere Laufruhe und geringere Vibrationen, die auf das Fahrzeug übertragen werden. Dadurch wirkt das Auto insbesondere im Stand deutlich ruhiger und der Motorlauf regelmäßiger.

Auch ein Dreizylinder ist ein Viertaktmotor mit den Takten Ansaugen, Verdichten, Arbeiten und Ausstoßen. Ein Arbeitsspiel dauert zwei Kurbelwellenumdrehungen, also 720 Grad. Verteilt auf drei Zylinder ergibt sich ein Zündabstand von 240 Grad Kurbelwinkel. Auto motor und sport beschreibt die Folge: Der große Zündwinkel und die ungleiche Kolbenbewegung erzeugen Schwingungen um die Mitte der Kurbelwelle, weshalb die meisten Dreizylinder eine Ausgleichswelle haben, um akzeptabel zu laufen. Erst ab Ende der 1990er-Jahre (Opel Corsa 1.0 12V, 1997) setzten sich Dreizylinder in europäischen Pkw breit durch.

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Quellen

Häufige Fragen

Sind Dreizylinder schlechter als Vierzylinder?

Nicht grundsätzlich. Sie sind leichter, sparsamer und günstiger zu bauen, laufen aber unruhiger und werden durch die Turboaufladung stärker belastet. Ein gleich aufwendig gebauter Vierzylinder hält in der Regel länger.

Warum vibriert ein Dreizylinder stärker?

Der Zündabstand beträgt 240 Grad Kurbelwinkel, und die Kolbenbewegung ist ungleich verteilt. Das erzeugt Schwingungen um die Kurbelwellenmitte, die bei den meisten Dreizylindern eine Ausgleichswelle dämpft.

Wie lange hält ein Dreizylinder?

Eine pauschale Laufleistung gibt es nicht. Entscheidend sind Warmfahren, pünktliche Ölwechsel und das Schonen des Turboladers nach hoher Last; bei dieser Handhabung sind hohe Laufleistungen möglich.

Welcher Dreizylinder ist besonders stark?

Der Toyota GR Yaris holt laut AUTO BILD aus 1,6 Litern 261 PS. Fords 1.0 EcoBoost mit 125 PS wurde 2012 und 2013 zum International Engine of the Year gewählt.

Was ist das Turboloch?

Der Turbolader braucht eine gewisse Drehzahl, bevor er nennenswert Ladedruck aufbaut. Unterhalb davon fehlt Leistung, das Beschleunigen aus niedrigen Drehzahlen wirkt träge.